Als Klasse kämpfen! – Bericht vom 1. Mai

„Klasse gegen Klasse“. Bei dieser Parole hört man die Wut von einem Jahr Pandemiemanagement des Kapitals und seiner Regierung. Ein Jahr Maximale Gewinne für Spekulant*innen, Manager und Immobilienhaie. Ein Jahr fast ohne Freizeit, nur täglich Lohnarbeit verrichten, um den Chef reich zu machen. Am ersten Mai haben auf der ganzen Welt Kolleg*innen ihre Wut gegen diese Zustände auf die Straße getragen und auch für uns als Revolutionär*innen war es ein Tag um Kämpfe zusammenzuführend ein Zeichen für eine revolutionäre Bewegung zu setzen.
Der Tag begann mit der traditionellen Demonstration morgens vom Gewerkschaftshaus. Ca. 1000 Kolleginnen und Kollegen nahmen sich die Straße und folgten dem Aufruf von Ver.di, GEW und vielen linken Gruppen. Bis zu 200 davon beteiligten sich am antikapitalistischen Block. Der DGB selbst rief nur zu einer Kundgebung am Königsplatz auf. Dort konnte von der Demo ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Die Gewerkschaftsführung wollte zuerst nur einen auserlesenen Kreis von Funktionär*innen und ausgewählten Kolleg*innen auf dem Königsplatz zulassen. Doch wir lassen uns ein kämpferisches Moment mit unseren Kolleg*innen sicher nicht kaputt machen. Deshalb haben wir uns den Platz einfach genommen, und sind mit Konfettikanonen feiernd auf den Platz eingezogen. Vor Ort gab noch eine deutliche Banneraktion gegen Sozialpartnerschaft, da der Redner der IG Metall Hoffmann, maßgeblich daran beteiligt war im Herbst den für die Kolleg*innen enttäuschenden faulen Kompromiss in der Metall- und Elektrobranche mit den Arbeitgeber*innen zu schließen.
Ein Jahr Pandemie hat nicht nur die Lage im Kapitalismus noch weiter verschärft, sie hat auch den Widerstand dagegen angefeuert. Die revolutionäre Bewegung in München wird sichtbarer und stärker. Das letzte Jahr war geprägt von unzähligen kleinen und großen, legalen wird grenzüberschreitenden Aktionen. Um dieser Entwicklung einen Ausdruck zu geben wurde von einer Initiative erstmalig in München zu einer  revolutionären 1. Mai Demonstration aufgerufen. Eine überwältigende Zahl von über 1000 Menschen nahmen an der Demonstration teil. Auch wenn die Polizei uns mit einem martialischen Aufgebot von Hunderten Behelmten empfingen, ließ sich die Demo nicht einschüchtern und war durchweg laut und entschlossen. Das Recht ohne Spalier zu laufen wurde eingefordert und erkämpft. Nachdem die Demo mit ein paar pyrotechnischen Effekten untermalt wurde, versuchte die Polizei noch mehr, die Demospitze zu stressen, es kam zu Schlägen und massivem Pfeffersprayeinsatz. Aber der Block stand solidarisch und hat sich gemeinsam gegen die Angriffe geschützt. Danke an dieser Stelle an die Demosanis. Und weiter ging es: Aus den Fenstern des Kafe Marat wurden wir mit Feuerwerk und Bannern begrüßt.
Bei Einkunft am Zenettiplatz hielt eine Vertreter*in der bundesweiten Plattform Perspektive Kommunismus eine Rede, die mit Rauch untermalt wurde. Die Rede unterstrich die Notwendigkeit, sich in der Krise revolutionär zu organisieren. Es ist wichtig, dass wir Aktionsräume eröffnen und Schritte machen um tatsächliche Gegenmacht gegen die kapitalistischen Verhältnisse aufbauen. Dafür war die Demonstration ein wichtiger Schritt, und sicherlich eine gute Grundlage für nächstes Jahr!
Am Zenettiplatz gab es im Anschluss eine Kulturkundgebung mit verschiedenen Beiträgen von Initiativen und Musiker*innen, unter anderen die Premiere eines neu gegründeten Arbeiter*innenchors. Außerdem gab es viele Extras wie Workshops, Quiz und Infostände, bei denen sich verschiedene offene Treffen vorstellten.
Nachdem wir wochenlangen auf den 1. Mai hingefiebert haben, verschiedene Form von Flyerverteilungen, Plakatieren und Mobiaktionen ausprobiert haben, und so viele Menschen sich beteiligt in der Vorbereitung haben, sind wir sehr happy, wie toll und kämpferisch dieser Tag war! Der 1. Mai in München war ein Erfolg, und dass er jedes Jahr größer wird, zeigt: eine revolutionäre Perspektive ist nicht nur notwendig, sondern wir können auch konkrete Schritte gehen um sie zu erkämpfen. Lasst uns diese Motivation mitnehmen für die zukünftigen Kämpfe dieses Jahres.
Bis zum Kommunismus!
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