Als Klasse kämpfen! – Bericht vom 1. Mai

„Klasse gegen Klasse“. Bei dieser Parole hört man die Wut von einem Jahr Pandemiemanagement des Kapitals und seiner Regierung. Ein Jahr Maximale Gewinne für Spekulant*innen, Manager und Immobilienhaie. Ein Jahr fast ohne Freizeit, nur täglich Lohnarbeit verrichten, um den Chef reich zu machen. Am ersten Mai haben auf der ganzen Welt Kolleg*innen ihre Wut gegen diese Zustände auf die Straße getragen und auch für uns als Revolutionär*innen war es ein Tag um Kämpfe zusammenzuführend ein Zeichen für eine revolutionäre Bewegung zu setzen.
Der Tag begann mit der traditionellen Demonstration morgens vom Gewerkschaftshaus. Ca. 1000 Kolleginnen und Kollegen nahmen sich die Straße und folgten dem Aufruf von Ver.di, GEW und vielen linken Gruppen. Bis zu 200 davon beteiligten sich am antikapitalistischen Block. Der DGB selbst rief nur zu einer Kundgebung am Königsplatz auf. Dort konnte von der Demo ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Die Gewerkschaftsführung wollte zuerst nur einen auserlesenen Kreis von Funktionär*innen und ausgewählten Kolleg*innen auf dem Königsplatz zulassen. Doch wir lassen uns ein kämpferisches Moment mit unseren Kolleg*innen sicher nicht kaputt machen. Deshalb haben wir uns den Platz einfach genommen, und sind mit Konfettikanonen feiernd auf den Platz eingezogen. Vor Ort gab noch eine deutliche Banneraktion gegen Sozialpartnerschaft, da der Redner der IG Metall Hoffmann, maßgeblich daran beteiligt war im Herbst den für die Kolleg*innen enttäuschenden faulen Kompromiss in der Metall- und Elektrobranche mit den Arbeitgeber*innen zu schließen.
Ein Jahr Pandemie hat nicht nur die Lage im Kapitalismus noch weiter verschärft, sie hat auch den Widerstand dagegen angefeuert. Die revolutionäre Bewegung in München wird sichtbarer und stärker. Das letzte Jahr war geprägt von unzähligen kleinen und großen, legalen wird grenzüberschreitenden Aktionen. Um dieser Entwicklung einen Ausdruck zu geben wurde von einer Initiative erstmalig in München zu einer  revolutionären 1. Mai Demonstration aufgerufen. Eine überwältigende Zahl von über 1000 Menschen nahmen an der Demonstration teil. Auch wenn die Polizei uns mit einem martialischen Aufgebot von Hunderten Behelmten empfingen, ließ sich die Demo nicht einschüchtern und war durchweg laut und entschlossen. Das Recht ohne Spalier zu laufen wurde eingefordert und erkämpft. Nachdem die Demo mit ein paar pyrotechnischen Effekten untermalt wurde, versuchte die Polizei noch mehr, die Demospitze zu stressen, es kam zu Schlägen und massivem Pfeffersprayeinsatz. Aber der Block stand solidarisch und hat sich gemeinsam gegen die Angriffe geschützt. Danke an dieser Stelle an die Demosanis. Und weiter ging es: Aus den Fenstern des Kafe Marat wurden wir mit Feuerwerk und Bannern begrüßt.
Bei Einkunft am Zenettiplatz hielt eine Vertreter*in der bundesweiten Plattform Perspektive Kommunismus eine Rede, die mit Rauch untermalt wurde. Die Rede unterstrich die Notwendigkeit, sich in der Krise revolutionär zu organisieren. Es ist wichtig, dass wir Aktionsräume eröffnen und Schritte machen um tatsächliche Gegenmacht gegen die kapitalistischen Verhältnisse aufbauen. Dafür war die Demonstration ein wichtiger Schritt, und sicherlich eine gute Grundlage für nächstes Jahr!
Am Zenettiplatz gab es im Anschluss eine Kulturkundgebung mit verschiedenen Beiträgen von Initiativen und Musiker*innen, unter anderen die Premiere eines neu gegründeten Arbeiter*innenchors. Außerdem gab es viele Extras wie Workshops, Quiz und Infostände, bei denen sich verschiedene offene Treffen vorstellten.
Nachdem wir wochenlangen auf den 1. Mai hingefiebert haben, verschiedene Form von Flyerverteilungen, Plakatieren und Mobiaktionen ausprobiert haben, und so viele Menschen sich beteiligt in der Vorbereitung haben, sind wir sehr happy, wie toll und kämpferisch dieser Tag war! Der 1. Mai in München war ein Erfolg, und dass er jedes Jahr größer wird, zeigt: eine revolutionäre Perspektive ist nicht nur notwendig, sondern wir können auch konkrete Schritte gehen um sie zu erkämpfen. Lasst uns diese Motivation mitnehmen für die zukünftigen Kämpfe dieses Jahres.
Bis zum Kommunismus!
Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Als Klasse kämpfen! – Bericht vom 1. Mai

Revolutionärer 1. Mai in München 2021

Die dritte Welle der Coronapandemie rollt über Deutschland hinweg. Für die einen von uns heißt das, ohne Job oder mit Kurzarbeiter*innengeld über die Runden kommen zu müssen. Gleichzeitig bedeutet es für die Leute in der Restbelegschaft, die doppelte Arbeit machen zu müssen. Nach über einem Jahr könnte man meinen, die Politik würde zumindest jetzt die richtigen Maßnahmen ergreifen. Mehr Intensivbetten oder vernünftige Betreuungs und Impfkonzepte? Fehlanzeige! Die Coronapandemie nutzen Politiker*innen stattdessen vor allem, um sich die eigenen Taschen zu füllen. Wir zahlen ein Vielfaches für Masken und Abgeordente lassen sich mit Vermögen von Konzernen bestechen.
Die Angestellten im Gesundheitsbereich, Einzelhandel und der Pflege dagegen haben nichts abbekommen, außer Applaus und Schokolade. Die Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst angeblich auch Corona-Held*innen deckt kaum die höheren Lebenshaltungskosten ab. Dabei hat es doch schon vorher nicht zum Leben gereicht. Und jetzt legen Arbeitgeberverbände in den Tarifverhandlungen Nullrunden als “Angebot” vor. 

 

Für diese Zustände machen Politik und Arbeitgeberverbände die Corona-Krise verantwortlich. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich hat sich die Weltwirtschaft von der Krise 2008 nie ganz erholt. Über 10 Jahre lang wurden massenweise Geld und billige Kredite vergeben, um die Konjunktur anzukurbeln. Doch nichts davon ist bei der arbeitenden Bevölkerung angekommen. Die Milliarden flossen an Großkonzerne, deren Besitzer*innen damit an der Börse weiter fröhlich Lotto spielen. Bereits jetzt sind zehntausende Arbeitsplätze „gefährdet“. Gefährdet, weil den Konzernchef*innen klar ist, dass sie in wirtschaftlichen Flautezeiten ihre Arbeiter*innen noch härter ausbeuten müssen, um am internationalen Markt die Konkurrenz ausstechen zu können. Die Folge: Bei BMW will das Managment nach der Streichung von 5000 Stellen im Jahr 2020 auch dieses Jahr wieder Leute rausschmeißen – und das bei Milliardengewinnen.          
All das lässt sich nicht mit der Coronakrise begründen. Doch die Pandemie ist eine willkommene Ausrede, um Löhne zu kürzen, die Arbeitsbelastung zu erhöhen und dabei auch noch Steuergeschenke und Kurzarbeiter*innengeld einzustecken.

 

In den Streiks der letzten Monate und Jahre hat sich gezeigt: Die herrschende Klasse weicht keinen Schritt zurück. Eine Verschiebung der Tarifverhandlungen nach die Pandemie kam ihnen nicht in die Tüte, denn Lockdown und Vereinzelung waren für die Chef*innen nur ein willkommener Grund, um mit unverschämt niedrigen „Angeboten“ noch einmal mehr auf die Arbeiter*innen draufzuschlagen. Die allgemeine Verunsicherung inmitten einer sich ausbreitenden Krankheitswelle und Hoffnung auf die schon längst aufgekündigte Sozialpartnerschaft taten ihr Übriges. Die Gewerkschaftsführungen gingen nicht den Schritt, massenhafte Aktionen und entschlossene Streiks auf die Tagesordnung zu setzen.

 

Dabei gibt es genug Beispiele, wie wir auf der Straße echte Verbesserungen erkämpfen können. Mit monatelangen Demonstrationen und Streiks legte die Gelbwestenbewegung ganz Frankreich lahm. Die französische Version von Hartz4 und eine Erhöhung des Rentenalters kostete der Regierung fast den Kopf.
In Argentinien haben Frauen* eindrucksvoll gezeigt, dass frauen*feindliche Gesetze keine Chance gegen millionenfachen Widerstand haben. Nach einer beispiellosen politischen Kampagne, begleitet von Protesten, wurde Geschichte geschrieben: Das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen wurde gekippt.
In den USA wurden mitten im gesundheitspolitischen Totalversagen der Regierung Trump und rassistischen Morden von Polizeibeamten ganze Stadtviertel besetzt. Polizeistationen mussten geräumt werden, halbe Innenstädte übernahmen ihre Verwaltung selbst. Die Menschen kümmerten sich selbst um die Versorgung Schutzsuchender, Sicherheit, Unterstützung der Ärmsten, Bildung und politische Teilhabe für alle.

 

All diese Erfolge sind nicht über Nacht entstanden. Besonders in München hatten revolutionäre Forderungen am 1. Mai nicht ihren festen, eigenen Platz. Dabei gibt es Gründe genug, dass sich auch hier endlich etwas bewegt. Deswegen heißt es ab auf die Straße. Lasst uns zeigen, dass wir uns nicht mit den Krümeln abfinden, die uns die Bonzen hinwerfen, das wir bereit sind für das zu kämpfen, was uns zusteht – und zu gewinnen!

 

       

Deshalb am 1. Mai auf die Straße und die revolutionäre Perspektive sichtbar machen:

10 Uhr Revolutionärer Block auf der Gewerkschaftsdemo, DGB-Haus
13:00 Revolutionäre 1. Mai Demo, Rindermarkt
Und danach: Kundgebung & Kultur ab 15 Uhr auf dem Zenettiplatz (Demo geht dort hin)

Infos auf der Seite vom Revolutionären 1. Mai München

Veröffentlicht unter Artikel | Kommentare deaktiviert für Revolutionärer 1. Mai in München 2021

Aufruf & Video: Konsequent antifaschistisch und gegen den Staat des Kapitals. Die eigene Seite aufbauen!

Aufruf zur bundesweiten Demo am 20. März in Stuttgart

Der Handlungsraum linker Bewegungen war schon immer eine Frage der Kräfteverhältnisse. Ob es möglich ist, Faschisten aus den Straßen zu jagen, profitgetriebener Umweltzerstörung Sand ins Getriebe zu streuen, oder kapitalistische Gipfeltreffen zu blockieren und in den Schatten der Proteste zu stellen, hängt einerseits von der Qualität des Widerstandes ab. Auf der anderen Seite arbeitet der bürgerliche Staatsapparat systematisch daran, Gegenbewegungen einzuschüchtern, zu isolieren und auseinander zu treiben. Das gilt besonders in Krisenphasen wie heute, in denen es eher Schlagstock und Gesetzesverschärfung sind, die eine Sicherung der Verhältnisse versprechen, als Zugeständnisse und Einbindung größerer Bevölkerungsteile. Um den wachsenden sozialen und politischen Unmut integrativ einzufangen, fehlt den Herrschenden schlicht der wirtschaftliche und politische Spielraum. Repression ist der schmerzhafte aber ehrliche Ersatz, der immerhin die eigentlichen gemeinsamen Interessen der Gegenseite klarer auf den Tisch bringt.

Wenn Aktivist:innen in Stuttgart und in Leipzig in den Knast gesteckt werden, weil sie im Verdacht stehen den Faschisten die Straße streitig zu machen, geht es dem Staat unmittelbar darum, der praktischen Gegenmacht, die sich in antifaschistischer Militanz ausdrückt, etwas entgegen zu setzen. Darüber hinaus beweist er natürlich auch politisches Gespür, wenn er gleichzeitig ein breites Spektrum bewaffneter und organisierter Faschisten nicht einmal annähernd so gründlich verfolgt. Sie sind schließlich nicht diejenigen, die den Eigentumsverhältnissen und den Privilegien der Herrschenden gefährlich werden könnten, wenn die Krise weiter voranschreitet. Im Gegenteil.

Das ist aber nur ein Teil des Bildes. Die andauernde Verfahrensflut gegen Linke wegen den Protesten gegen den G20-Gipfel 2017 in Hamburg, die brutalen Einsätze gegen die Klimabewegung im vergangenen Jahr, bei denen die deutsche Polizei wie eine Privatarmee für Großkonzerne auftrat, aber auch die bundesweite Verfolgung von Revolutionär:innen wegen der Bildung angeblich „krimineller“ oder „terroristischer“ Vereinigungen sind Schlaglichter einer größeren Tendenz: Die Repression des Staates verdichtet sich, wird begleitet von der regelmäßigen Inszenierung einer „neuen Gefahr“ von Links und wird zu einem Angriff, der sich gegen die gesamte Bewegung richtet. Immer weiter in den Hintergrund soll dabei rücken, was antikapitalistische und revolutionäre Politik für die Kapitalistenklasse und ihren Staat in diesen Zeiten so gefährlich macht: Das Potenzial Arbeiter:innen und andere Lohnabhängige in verschiedenen Kampffeldern gegen das herrschende Krisenmanagement in Stellung zu bringen und für ihre gemeinsamen Interessen zu mobilisieren. Interessierte und Unterstützer:innen sollen schon möglichst früh von den drohenden Konsequenzen abgeschreckt werden.

So strategisch wie das Innenministerium, Staatsanwaltschaften oder Polizeibehörden diesen Angriff verfolgen, so strategisch und geeint, sollten wir uns dagegen zur Wehr setzen! Keine Panik, keine Resignation, stattdessen die eigenen Strukturen umsichtig und geschützt aufbauen, beharrlich an den Widersprüchen und am Bruch mit diesem System arbeiten und: Solidarität mit den Betroffenen organisieren!

Im vergangenen Dezember waren wir über 3000, die in Solidarität mit den Betroffenen der G20-Repression in Hamburg gemeinsam auf die Straße gegangen sind. Lasst uns am 20. März in Stuttgart das nächste starke Zeichen einer kämpferischen und geeinten Bewegung gegen die Angriffe des Staates und für eine revolutionäre Perspektive auf die Straße tragen.

Freiheit für Lina und Dy!
Organisiert gegen Repression und Klassenjustiz!
Kommt zur Demo!

20. März | 14 Uhr | Stuttgart | Hauptbahnhof, Lautenschlagerstraße

–> Anreise aus München – Zugetreffpunkt 9:15 Uhr, Hauptbahnhof große Anzeigetafel

Alle Infos auf der Kampagnenseite

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Aufruf & Video: Konsequent antifaschistisch und gegen den Staat des Kapitals. Die eigene Seite aufbauen!

Raus zum 8. März!

Der internationale Frauen*kampftag steht vor der Türe. Trotz und gerade wegen der Krise müssen wir uns als Frauen* organisieren und auf die Straße gehen. Trotz und gerade wegen der Krise, unter deren Last besonders wir Frauen* leiden.

Wir sehen uns auf der Straße! Montag, 8. März – 17:30 Uhr Alter Botanischer Garten

Weitere Termine beim Offenen Frauen*treffen Müchen

Frauen* in der Krise – Wir widersetzen uns! – Antikapitalistischer Aufruf 2021:

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Raus zum 8. März!

Shutdown für Krieg, Rüstung & Kapitalismus!

Das Kriegsgeschäft geht weiter: Es jährt sich mal wieder der Termin zur Sicherheitskonferenz in München, das größte Meet-and-greet der weltweit oberen Kriegstreiber aus Kapital und Militär. Dieses Jahr ist alles etwas anders, denn die Konferenz wurde coronabedingt verschoben. Dieses Wochenende fand nur eine Online-Konferenz, unter anderem mit Joe Biden, Angela Merkel und Boris Johnson statt, bei dem es um “global challenges” gehen sollte – was das bedeutet können wir uns gut vorstellen: Exportmärkte sichern, Geflüchtetenabwehr und Aufstandsbekämpfung.

Zusammen mit anderen Organisationen aus dem Bündnis gegen die Sicherheitskonferenz nahmen wir den Termin zum Anlass, um Antimilitarismus auf die Straße zu bringen und uns auf die Proteste gegen die wahrscheinlich April oder Mai folgende “richtige” SiKo” einzustimmen. Mehrere Hundert Menschen folgten dem Aufruf und zogen lautstark in einer Demo vom Marienplatz zum Bayrischer Hof. Dem Hotel, in dem die Konferenz normalerweise stattfindet, kamen wir so in diesem Jahr so nah wie nie. Der antikapitalistische Block stimmte Parolen gegen den deutschen Imperialismus und Rüstungsindustrie, und in Solidarität mit den Kämpfenden in Rojava an.

Im Anschluss an die Demo gab es noch in unmittelbarer Nachbarschaft des Bayrischen Hofs eine unangemeldete Aktion: in einer Sponti zogen über 50 AktivistInnen zur Filiale der “Airbus-Bank”. Dort wurden satirische Werbeplakate an die Scheiben angebracht und eine kurze Rede über die Profite des Airbus-Konzerns durch Rüstungsexporte gehalten.

 

Trotz Corona und Lockdown: Krieg, Aufrüstung und Abschottung gehen weiter. Deshalb können auch wir nicht aufhören dagegen zu kämpfen. Für eine Welt ohne Krieg – für den Kommunismus!

Veröffentlicht unter "Siko" | Kommentare deaktiviert für Shutdown für Krieg, Rüstung & Kapitalismus!

PK: Kriminell ist der Kapitalismus, nicht der Widerstand dagegen! – Solidarität mit dem Roten Aufbau Hamburg!

Der Staat greift uns an. Getroffen hat es unsere Genossinnen und Genossen des Roten Aufbau Hamburg. Am Montag morgen wurden 28 Wohnungen und linke Räumlichkeiten durchsucht, die die politische Polizei in Hamburg dem Roten Aufbau Hamburg zurechnet. Medienwirksam wurden dabei Türen von SEK-Einheiten aufgebrochen und GenossInnen mit vorgehaltenen Maschinenpistolen aus dem Bett gezogen. Der genaue Umfang des Angriffs, wie auch der konkreten Vorwürfe, ist noch nicht ganz klar. Selbst darüber, ob gegen unsere GenossInnen als Teil einer „kriminellen“ – §129 – oder gar als Teil einer „terroristischen“ Vereinigung – § 129a – ermittelt wird, widersprechen sich die offiziellen Stellen teilweise. Fest steht nur, dass es sich bisher um den größten staatlichen Angriff gegen linke Strukturen seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, in Deutschland handelt – sieht man einmal von den permanenten Angriffen gegen die kurdische und türkische Linke ab. Fest steht auch, dass dieser Angriff ein Zeichen, eine Warnung an alle verbliebenen revolutionären Strukturen ist: Wer sich gegen den Kapitalismus und seine Auswüchse organisiert, wer sich nicht abfinden will mit der täglichen Ausbeutung und Zerstörung eines krisenhaften Systems und wer selbstbewußt eine sozialistische Perspektive formuliert – der wird mit allen Mitteln der Repressionsorgane verfolgt.

So willkürlich die konkreten Vorwürfe auch sein mögen, dieser Repressionsschlag passt in unsere Zeit: Die kapitalistische Wirtschaft schlittert befeuert von Corona in eine immer tiefere Krise. Beinahe täglich gibt es Meldungen über Betriebsschließungen und Entlassungen. Die Schäden die die herrschende Produktionsweise an unserer Umwelt angerichtet hat, sind unübersehbar. Auch das politische System ist nicht krisenfest – das ist weiten Teilen der herrschenden Klasse und des Staatsapparates bewusst. Die Verschärfungen der Polizeigesetze und neue Befugnisse für die rechten Geheimdienste zielen darauf ab, bei einer Verschärfung der Krise Massenprotesten mit mehr Härte begegnen zu können. Ein zentrales Element solch eines reaktionären Krisenmanagements, ist dabei schon immer gewesen, diejenigen zu bekämpfen, die darauf bestehen, dass das herrschende Chaos aus Krise, Krieg, Patriarchat, Rassismus und Umweltzerstörung nicht alternativlos und auch nicht reformierbar ist. Die versuchen eine andere gesellschaftliche Perspektive – den Sozialismus und schließlich die klassenlose Gesellschaft – aufzuzeigen. Die darauf bestehen, dass es dazu den revolutionären Bruch mit dem Bestehenden braucht und – das ist das Wichtigste – die sich für dieses Ziel organisieren.

Es ist also kein Zufall oder Fehler im System, dass bei KommunistInnen die Türen eingetreten werden, während sich Faschisten innerhalb von Polizei und Armee bewaffnen und Morddrohungen verbreiten. Beides sind nur folgerichtige Reaktionen von Menschen, die wissen, dass ihr auf Ungleichheit und Ausbeutung basierendes System nicht so stabil ist wie sie es ständig selbst verkünden.

Deshalb dürfen Angriffe wie der aktuelle auch nicht zu Panik führen: Repression und ihr Versuch das Streben nach einer solidarischen Gesellschaft zu kriminalisieren, war schon immer und ist auch heute ein ständiger Begleiter revolutionärer Organisationen, die ihren eigenen Anspruch ernst nehmen. Wir müssen die Repression zum Anlass nehmen, einen Umgang mit ihr zu finden und uns und unsere Strukturen besser zu schützen. Denn unsere Organisierungen sind unser einziges Mittel, politische Erfahrungen, gesellschaftliche Perspektiven und das gezielte Handeln in Kämpfen zu verbinden und stetig auf eine neue Stufe zu heben.

Deshalb ist jetzt nicht die Zeit Wunden zu lecken, sondern Zeit für offensive Solidarität: Der Staat zielt mit seinem Angriff auf alle organisierten linken Strukturen und versucht uns einzuschüchtern. Deshalb heißt Solidarität jetzt auch: Selbst aktiv werden, sich organisieren und den Kampf aufnehmen! Solidarität bedeutet den revolutionären Anspruch den die GenossInnen in Hamburg formuliert haben und der jetzt kriminalisiert werden soll, zu verteidigen! Und nicht zuletzt: Solidarität besteht nicht nur aus Worten oder Hashtags – Solidarität muss konkret werden, in gegenseitiger Hilfe und gemeinsamer Praxis!

Kriminell ist der Kapitalismus, nicht der Widerstand dagegen! – Solidarität mit dem Roten Aufbau Hamburg!

Veröffentlicht unter Artikel | Kommentare deaktiviert für PK: Kriminell ist der Kapitalismus, nicht der Widerstand dagegen! – Solidarität mit dem Roten Aufbau Hamburg!

Als Klasse: Organisieren, Streiken, (Energie)konzerne Enteignen! Im September ins Rheinland

Der menschengemachte Klimawandel spitzt sich zu und bringt immer katastrophalere Auswirkungen mit sich. Der Regenwald brennt, der Permafrost taut auf, Dürre breitet sich aus. Schon jetzt werden leut einer Greenpeace Studie pro Jahr über 25 Millionen Menschen von den Folgen der Klimakrise zur Flucht gezwungen. In etwas mehr als drei bis sieben Jahren werden wir aller Voraussicht nach das 1,5 Grad-Ziel verfehlt haben, die Folgen sind unabsehbar. Aber die globale Erwärmung ist kein Schicksal, dem es sich zu ergeben gilt. Hinter ihr stehen handfeste Interessen: Die der großen Konzerne und ihrer Eigentümern, die ihren Drang nach Profiten über die Zukunft der Menschheit stellen. Getreu nach dem Motto: „Nach uns die Sintflut!“

Das fossile Kapital ist dabei der wohl wichtigste Profiteur der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Es waren die Kapitalisten der fossilen Konzerne, von Shell, Exxon, BP und Chevron, die jahrzehntelang die Existenz des menschengemachten Klimawandels vertuscht haben und heute noch mit Millionenbeträgen dessen LeugnerInnen unterstützen. Und es sind die fossilen Energiekonzerne, die in Deutschland den größten Teil des CO2-Ausstoßes verursachen. Der bürgerliche Staat agiert dabei als Schutzmacht der großen Konzerne. Zuletzt konnten wir das bei der Entscheidung über das sogenannte „Kohleausstiegsgesetz“ beobachten. Der Staat schenkt den Kohlekonzernen in Deutschland Milliarden dafür, dass sie noch bis 2038 die Klimakrise befeuern dürfen. 2038 – da werden wir das 1,5 Grad Ziel bereits seit mehr als zehn Jahren überschritten haben. Solche Entscheidungen sind jedoch kein Zufall: In kapitalistischen Gesellschaften vertritt jeder Staat stets die Interessen seines nationalen Kapitals. Jede noch so kleine Begrenzung der rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur muss ihm durch harte Kämpfe abgerungen werden. Der Kampf um das Ende der Kohleverbrennung steht dabei in einer Linie mit den Kämpfen um den 8-Stunden-Tag oder das Verbot der Kinderarbeit: Er steht in der Tradition all jener Kämpfe, in denen die arbeitende Mehrheit ihr Leben und ihre Würde gegen die exzessive Ausbeutung durch die besitzende Minderheit verteidigt hat.

Der Kampf für Klimagerechtigkeit bedeutet Klassenkampf!

Oft wird es dargestellt, als sei der späte Kohleausstieg im Interesse der KohlearbeiterInnen und würde ihnen zuliebe passieren. Aber das ist eine Lüge! Die Milliarden, die der Staat an die Kohlekonzerne zu verschenken hat, gehen nicht an die arbeitenden Menschen dort. Sie werden nicht dafür genutzt, den Menschen in der Region eine dauerhafte Zukunft zu sichern, dort erneuerbare Energien aufzubauen oder die Konversion der Industrie voranzutreiben. Vielmehr sollen die ArbeiterInnen in den Kohlekonzernen noch fast zwei Jahrzehnte für die Profite anderer an der Zerstörung ihrer eigenen Zukunft arbeiten – um danach allein gelassen zu werden. Dieses Muster ist längst kein Einzelfall: Auch in der PKW- Produktion wird von Seiten der bürgerlichen Parteien und der Kapitalisten gerne ein Widerspruch aufgemacht, der eigentlich keiner ist. Wenn in der Automobilindustrie mit der Umstellung auf Elektromotoren Jobs abgebaut werden, dann geschieht dass nicht, weil die großen Konzerne sich endlich ihrer Verantwortung für das Klima bewusst geworden sind – ganz unabhängig davon, dass Elektromotoren für das Klima keine nennenswerte Verbesserung im Vergleich zu Verbrennungsmotoren darstellen. Nein, mit Elektromotoren und den damit einhergehenden Stellenstreichungen, weil für die Herstellung von Elektromotoren weniger ArbeiterInnen benötigt werden, lässt sich in Zukunft einfach nur mehr Geld verdienen.

Wirklich im Interesse der ArbeiterInnen wäre eine nachhaltige Umstellung der Industrie und Energiegewinnung auf ökologisch sinnvolle Aspekte wie beispielsweise erneuerbare Energien oder den Ausbau und die Instandhaltung des öffentlichen Nahverkehrs. Wenn wir dafür weniger Energie und Arbeit benötigen und das Klima durch das Herunterfahren der Produktion schonen wollen, ist das an sich kein Problem. Keine Arbeiterin und kein Arbeiter wird sich über weniger Arbeit bei vollem Lohnausgleich beschweren, das einzige was dem im Weg steht sind die Profite der Kapitalisten! Letzten Endes haben ArbeiterInnen und KlimaschützerInnen eben keine entgegengesetzten Interessen. Im Gegenteil ihre Kämpfe können sich wunderbar ergänzen. Was würde einen Braunkohle Tagbau denn effektiver stilllegen als ein wochenlanger Streik der BergarbeiterInnen mit Unterstützung der Klimabewegung?

Das Problem ist: Die Entscheidung, was und wie produziert wird, liegt im Kapitalismus nicht bei den arbeitenden Menschen. Sie wird von den Kapitalisten getroffen. Das Kommando geben diejenigen, denen ihr Bankkonto es erlaubt, sich den Auswirkungen der Klimakrise so lang wie möglich zu entziehen, indem sie einen Fünftwohnsitz an einem schattigen Plätzchen fern von Dürren und Wetterkatastrophen anmelden.

Als letztes Jahr mehr als 5000 Amazon-Angestellte auf der Aktionärsversammlung ihres Konzerns die Forderung erhoben haben, klimafreundlicher arbeiten zu wollen, wurde ihr Antrag abgelehnt – er stand dem Profitinteresse entgegen. Während die Konzerne Uniper und Fortum aktuell mit Datteln4 ein neues Kohlekraftwerk ans Netz bringen durften, gehen CDU und CSU gegen die Solarenergie, und damit gegen 100.000 Arbeitsplätze vor. Für den Braunkohlebergbau werden nicht nur ArbeiterInnen ausgebeutet. Allein in Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten über 50 Dörfer platt gemacht und 100.000 Menschen enteignet und zwangsumgesiedelt um Platz für den Braunkohletagbau zu schaffen. Es sind Enteignungen für den Profit und gegen die Menschheit. Wir müssen uns das, was sie uns genommen haben, zurückholen – und mehr.

Wenn wir die Klimakrise aufhalten wollen, dann müssen wir verstehen, dass sie in den Wurzeln des Kapitalismus selbst steckt. Der kapitalistische Wettbewerb zwischen den Konzernen und der daraus folgende Zwang immer mehr und immer billiger zu produzieren lassen sich einfach nicht mit einer Welt mit begrenzten Rohstoffen kombinieren. Appelle an die Vernunft der Kapitalisten doch endlich einzusehen, dass ihre Art zu produzieren unserem Klima und letzten Endes uns allen schadet sind da genauso wirkungslos wie die die Hoffnung, dass die bürgerliche Politik endlich mal eingreift und etwas wirklich sinnvolles für den Klimaschutz tut. Durch die ständige Konkurrenz ist der einzelne Kapitalist quasi dazu gezwungen möglichst billig und viel – und das geht eben zu Lasten von Mensch, Klima und Natur – zu produzieren um seinen Konkurrenten zuvorzukommen. Sollte er von einem plötzlichen Sinnenswandel ergriffen werden und seine Produktion wirklich ökologisch umstellen, geht er im Wettbewerb unter.

Machen wir es besser!

Klar ist, wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, müssen wir bewusster produzieren und wir müssen weniger produzieren. Wir müssen aufhören CO2 für so unnötige Dinge wie Werbung oder Luxuskarren als persönliches Statussymbol in die Luft zu schleudern. Und, wir müssen endlich anfangen gemeinsam und demokratisch zu entscheiden, was wir unter welchen Bedingungen und in welchen Mengen produzieren. Wen wir entscheiden wie produziert wird können wir Produkte herstellen, die nicht nach wenigen Monaten oder Jahren kaputt gehen damit sie neu gekauft werden müssen. Diese Entscheidungen dürfen nicht vom kapitalistischen Wettbewerb und dem Streben nach immer größeren Profiten und immer mehr Wachstum geprägt sein. Wir müssen planvoll so produzieren, dass wir unserem Klima und unsere Umwelt am wenigsten schaden und doch alle Menschen versorgen können. Wir müssen also die Kapitalisten enteignen und selbst die Entscheidungsgewalt über die Produktion der großen Betriebe übernehmen.

Unser Kampf um Klima und Umwelt und letzten Endes um unsere Zukunft steht dabei in einer langen Tradition. Die Anti AKW Bewegung hat mit ihrem Massencharakter und ihrer Militanz ein ganzes Jahrzehnt geprägt und bewiesen, dass durchaus Teilerfolge errungen werden können. Ende Gelände hat in den letzten Jahren gezeigt, dass auch heute noch massenhafte Grenzüberschreitungen möglich und effektiv sind. Die neue Dynamik und insbesondere die weltweite Vernetzung der Fridays For Future – Bewegung machen Mut für die Zukunft. Es wird immer deutlicher, dass der Kapitalismus in der aktuellen Krise keine Antworten mehr geben kann. Jetzt gilt es die Kämpfe der Klimabewegung als Teil einer umfassenden Gegenbewegung von Unten zu begreifen. Es reicht nicht mehr aus bei den Forderungen nach bloßen Verbesserungen des Bestehenden zu bleiben – sie werden doch sowieso bis in die Unkenntlichkeit verwässert oder gar nicht erst umgesetzt. Es kommt darauf an das ganze System, den Kapitalismus, auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen.

Am 26. und 27. September werden wir uns an den Ende-Gelände Protesten gegen den Kohlekonzern im Rheinland beteiligen. Der gemeinsame Kampf am Ort des Geschehens ist ein Ansatzpunkt Widerstand zu entwickeln, der im klaren Gegensatz zu den Interessen der Konzerne steht und sich nicht von den staatlichen Repressionsorganen unter Kontrolle bringen lässt. Ganz konkret können wir dort zeigen, dass wir den Schutz des Kapitals auf Kosten unser aller Zukunft nicht einfach hinnehmen. Zeigen wir RWE und co., dass sie sich mit den falschen angelegt haben. Denn wir sind die Mehrheit!

Für den Kommunismus!

Als Klasse: Organisieren, Streiken, (Energie)konzerne Enteignen! Im September ins Rheinland

Veröffentlicht unter Artikel | Kommentare deaktiviert für Als Klasse: Organisieren, Streiken, (Energie)konzerne Enteignen! Im September ins Rheinland

Sozialismus revolutionär erkämpfen? Selbstverständlich! Kampf der Klassenjustiz

Heute Morgen kam es bundesweit zu 27 Hausdurchsuchungen. Über 200 Cops, Staatsschutz und SEK-Einheiten waren an der großangelegten Aktion beteiligt. Neben 24 Durchsuchungen in Hamburg fanden Durchsuchungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen statt. 22 GenossInnen wird vorgeworfen, Mitglieder vom Roten Aufbau Hamburg zu sein. Grundlage ist ein Verfahren gegen den Roten Aufbau wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129. In der Begründung heißt es u.a., der Rote Aufbau wolle “die freiheitlich demokratische Grundordnung durch ein sozialistisches System ersetzen, das von einer kommunistischen Arbeiterpartei geführt werde”.

Dass wir als Perspektive Kommunismus für einen revolutionären Bruch mit den herrschenden Verhältnissen stehen, ist absolut richtig. Wir wollen den Kapitalismus revolutionär überwinden, weil in diesem System die Klasse der Reichen immer mehr Reichtum hortet, während immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben. Mit einer demokratischen Grundordnung und sozialer Gerechtigkeit hatte der Kapitalismus noch nie etwas gemein. Dass zur Aufrechterhaltung der bestehenden Macht- und Herrschaftsverhältnisse auch die Klassenjustiz mit Gerichten, Repressionsbehörden und Großaufgeboten der Cops zum Einsatz kommen und linke Politik systematisch kriminalisiert wird, ist nichts Neues. Bereits in den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Hausdurchsuchungen gegen einzelne GenossInnen, welche die Repressionsbehörden dem Roten Aufbau zuordnen. Der jetzige Repressionsschlag auf Grundlage des §129 ist nun eine neue Qualität der Repression. Der Repressionsschlag und das 129-Verfahren sind nicht nur dem Roten Aufbau gewidmet, sondern ein Angriff auf die gesamte radikale Linke. Zeigen wir uns solidarisch mit den GenossInnen und lassen die Kriminalisierung ins Leere laufen.

Heute Abend findet spontan eine Solidaritätsdemonstration in Hamburg statt. Auftakt ist ab 19.00 Uhr vor der Roten Flora.

In Kürze mehr…

Sozialismus revolutionär erkämpfen? Selbstverständlich! Kampf der Klassenjustiz

Veröffentlicht unter Artikel | Kommentare deaktiviert für Sozialismus revolutionär erkämpfen? Selbstverständlich! Kampf der Klassenjustiz

28.08.2020 = Tag X: Urteilsverkündung im TKP/ML Verfahren

Demonstration am 28.7. um 10 h vor dem OLG München

Februar 2015: In Deutschland, Griechenland, der Schweiz und Frankreich werden 10 Menschen verhaftet und in deutsche Untersuchungshaft gebracht. Ihnen wir vorgeworfen, Mitglieder der Kommunistischen Partei der Türkei TKP/ML zu sein. Am 17. Juni 2016 begann ein zehrend langer Prozess vor dem Oberlandesgericht München, der sich bis heute hinzieht. Nach über drei Jahren U-Haft, musste zwar die Justiz damit beginnen, die Angeklagten nach und nach wieder frei zu lassen, der Hauptangeklagte Müslüm Elma ist aber immer noch hinter Gittern.

Die TKP/ML ist in der Türkei seit ihrer Gründung verboten. In Deutschland und dem Rest der Welt allerdings nicht. Trotzdem wird das Verfahren gegen die Angeklagten unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer „ausländischen terroristischen Vereinigung“ nach §129b des Strafgesetzbuches geführt. Keinem der Angeklagten wird dabei vorgeworfen, in Deutschland Straftaten begangen zu haben. Zu „Terrorist*innen“ wurden sie allein durch das Verteilen von Flugblättern, Sammeln von Spenden und dem Anmelden von Demonstrationen und Kundgebungen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Kommentare deaktiviert für 28.08.2020 = Tag X: Urteilsverkündung im TKP/ML Verfahren

Die Reichen sollen die Krise zahlen!

Am Samstag den 18. Juli wird es einen bundesweiten Aktionstag unter dem Motto #NichtAufUnseremRücken geben.

In München ist der Treffpunkt 13 Uhr Georg-Freundorfer-Platz (U-Schwanthalerhöhe)

#NichtAufUnseremRücken – Die Reichen sollen die Krise bezahlen!

Stellenabbau, Kurzarbeit, stagnierende Löhne und Betriebsschließungen: Längst hat sich die Corona-Krise in eine schwere Wirtschaftskrise gewandelt. Die Lösung der Regierung zeigt wo die Prioritäten liegen: Milliarden für Konzerne, damit die weiter Dividenden an die Aktionäre ausschütten können, während gleichzeitig darüber diskutiert wird den Mindestlohn zu senken und die Arbeitszeiten zu erhöhen. Die Rechnung für das 1,2-Billionen-Euro-Paket wird der Staat am Ende den ArbeiterInnen präsentieren wollen. Wir sagen: Nicht auf unserem Rücken! Es ist Zeit, dass wir uns wehren! Die Reichen sollen die Krise bezahlen!

Die aktuelle Krise hat schon vor Corona begonnen, der Virus hat sie nur beschleunigt. Corona hat aber noch einmal aufgezeigt, dass es ein grundsätzliches Problem in unserem Wirtschaftssystem gibt: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Die Reichen sollen die Krise zahlen!

RAS: Das Märchen von den unpolitischen Krawallen – Kommentar zu den Vorfällen am Samstag den 20. Juni

Ein Statement unserer Genoss*innen der Revolutionären Aktion Stuttgart (RAS) zu den Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Cops am Wochenende:

Das Märchen von den unpolitischen Krawallen – Kommentar zu den Vorfällen am Samstag den 20. Juni

Vom Bullenpräsidenten über die Stadtverwaltung bis hin zu PolitikerInnen aus allen bürgerlichen Parteien überschlagen sich die Repräsentanten des bürgerlichen Staates jetzt in Verurteilungen der ach so schrecklichen Gewalt, die am Samstag Abend die Straßen Stuttgarts dominiert hätte. „Bürgerkriegsähnliche Zustände“ hätten geherrscht, ein wütender Mob hätte seiner blinden Wut Luft gemacht und jeden und alles angegriffen. Auf einen wirklichen Grund für diesen Ausnahmezustand kann man sich im Stuttgarter Rathaus und bei der Polizei allerdings noch nicht ganz einigen. Während Anfangs noch versucht wurde alles der „linken Szene“ Stuttgarts zuzuschreiben, werden aktuell die „Party-Szene“ und migrantische Jugendliche als Schuldige ausgemacht. Aus langeweile weil die Bars und Clubs noch nicht richtig geöffnet hätten und um sich in sozialen Netzwerken zu inszenieren, hätte die Szene die Ausschreitungen gestartet.

Der ganze rassistische Scheiß hat System Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für RAS: Das Märchen von den unpolitischen Krawallen – Kommentar zu den Vorfällen am Samstag den 20. Juni

Freiheit für Müslüm Elma! Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Februar 2015: In Deutschland, Griechenland, der Schweiz und Frankreich werden zehn Menschen verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder der türkischen kommunistischen Partei TKP/ML zu sein. Am 17. Juni 2016 beginnt ein zehrend langer Prozess vor dem Oberlandesgericht München und heute, vier Jahre später, befindet sich einer der Zehn weiterhin in Haft und der Prozess geht weiter.

Die TKP/ML ist in der Türkei verboten. In Deutschland und dem Rest der Welt nicht. Trotzdem wird das Verfahren gegen die Angeklagten unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer „ausländischen terroristischen Vereinigung“ nach §129b des Strafgesetzbuches geführt. Keinem der Angeklagten wird dabei vorgeworfen, in Deutschland Straftaten begangen zu haben.

Der vier Jahre dauernde Prozess ist dabei von einem politischem Verfolgungswillen geprägt. Dies zeigt sich nicht nur an der jahrelangen Untersuchungshaft der Angeklagten, von denen die Angeklagten Monate unter Isolationsbedingungen verbrachten. Fehler in Übersetzungen wurden vom Gericht ignoriert. Damit, dass der Hauptangeklagte Müslüm Elma in der Türkei über Jahre gefoltert wurde, wollte sich das Gericht nicht beschäftigen. Dass hier die politische Gesinnung mit auf der Anklagebank sitzt, zeigt außerdem der Vergleich zum ebenfalls in München verhandelten NSU-Prozess. Während Müslüm Elma bereits seit über fünf Jahren in Untersuchungshaft sitzt, wurde etwa Andre Eminger, der dem NSU-Trio half zehn Menschen umzubringen, zu lediglich zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Freiheit für Müslüm Elma! Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Kämpferischer 1. Mai in München trotz Ausnahmezustand!

Die 1. Mai Demo in München wurde heute auf der Straße durchgesetzt! Wir waren mehrere hundert Menschen, die sich morgens vor dem Gewerkschaftshaus versammelten, um am Kampftag der internationalen Arbeiter*innenbewegung auf die Straße zu gehen. Dort war eine Kundgebung erlaubt – die Demo durch die Stadt aber bis auf eine kleine Kunstaktion verboten, wegen des Corona-Ausnahmezustands. Deswegen ergriffen wir selbst die Initiative und liefen los – und haben die Demo durch praktisches Handeln durchgesetzt.

Natürlich mit Schutzabstand und Mund-Nasen-Schutz. Unser revolutionärer Block mit dem Frontranspi „Solidarisch kämpfen in der Krise – Revolutionärer 1. Mai“ war: groß, vielfältig, ausdrucksstark, kämpferisch, klassenkämpferisch, feministisch. Schaut einfach die Fotos an… Abschluss war eine Kundgebung auf dem Marienplatz. Zum Einzug läutete das Glockenspiel vom Rathausturm, perfektes Timing. Danke an alle Genoss*innen und Kolleg*innen, die heute mit uns auf der Straße waren. Zusammen mit weiteren revolutionären und kommunistischen Organisationen haben wir durch unsere Initiative gezeigt: wenn die DGB-Führung die 1. Mai-Veranstaltungen absagt, können wir sie trotzdem organisieren. Den 1. Mai, an dem alle unsere Kämpfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung zusammen kommen, kann man nicht absagen. Wir haben heute deutlich gemacht: Wir zahlen nicht für diese Krise! Und es lohnt sich, die eigenen Aktionsformen nicht von staatlichen Verboten und Erlaubnissen abhängig zu machen.

Nach der offiziellen 1. Mai Demo führten ca. 50 Aktivist*innen noch eine Spontandemo im proletarischen Stadtteil Neuperlach durch. Die Demo lief ungestört durchs Viertel, mit jeder Menge rotem Rauch. Und unter Beifall und Zustimmung der Menschen, die dort leben und auch keinen Bock auf kapitalistische Ausbeutung haben. Gegenüber einer privaten Pflegeeinrichtung wurde die Parole “Gesundheit statt Profite” gesprüht. An einem Luxus-Neubau gab es dann einen großen Bannerdrop „Nach der Enteignung entsteht hier sozialer Wohnraum“. Schon in den Nächten vorher wurde das Viertel anscheinend mit revolutionären Parolen verschönert. Bullen kamen heute dann erst irgendwann mit großer Verspätung..
Derweil liefen Aktivist*innen noch im Ostpark bei einem Demospaziergang mit der Parole “Nicht auf unserem Rücken”.

Im Anschluss hatte noch die faschistische Organisation “III. Weg” eine Kundgebung in Pasing angekündigt. Es geht garnicht, dass Faschos an unserem Kampftag versuchen, in die Öffentlichkeit zu gehen. Deshalb haben auch viele Menschen noch nach den Aktionen den Weg nach Pasing gefunden. Der traurige Haufen wurde in ihrem Gitterkäfig durchgängig von antifaschistischem Protest begleitet, so dass ihre Außenwirkung gleich null war. Als der III. Weg unter Polizeischutz zum Bahnhof begleitet werden sollte, stellten sich mehrere Hundert AntifaschistInnen dagegen und stressten mit Blockaden so lange, dass sich die Abreise um mehrere Stunden verzögerte, und die Faschos nur unter einen massiven Polizeiaufgebot geschützt schließlich abtransportiert werden konnten. Hoffentlich hat es ihnen fürs erste die Lust darauf verdorben, Kundgebungen abzuhalten. Leider haben es die Cops sich nicht nehmen lassen, im Nachgang einige Leute unter Vorwänden festzunehmen.

Alles in allem war der 1. Mai ein sehr erfolgreicher und aktionsreicher Tag. Wir haben gezeigt: Wir lassen uns nicht von diesem Staat vorschreiben, wie wir für unsere Rechte als Lohnabhängige, für unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen und auf die Straße gehen dürfen. Während Firmenbesitzer*innen, die keine dringend notwendigen Güter produzieren, die Arbeiter*innen in ihren Betrieben weiter für ihre Profite schuften lassen dürfen. (Und keine Polizeikontrolle kommt vorbei, um zu überprüfen, ob genügend Infektionsschutz, genügend Abstände für die Beschäftigen da ist.) Während Geflüchtete zusammengepfercht in Lagern dem Virus ausgesetzt werden. Und während Kapital-Funktionäre und Staatsvertreter schon öffentlich darüber diskutieren, wieviele alte und kranke Menschen man durch das Virus sterben lassen dürfte, damit endlich wieder Produktion und Handel in Gang kommen. Genau jetzt müssen wir auf die Straße gehen und den menschenverachtenden Charakter des Kapitalismus angehen. Und zeigen, dass es auch anders geht: solidarisch, gemeinsam und verantwortungsbewusst. Eine andere Welt ist möglich!

Veröffentlicht unter Aktionen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Kämpferischer 1. Mai in München trotz Ausnahmezustand!

Krisen-Info Nr. 3 – Frauenkampf ist zukunftsrelevant

Unsere dritte Krisen-Info ist da. Dabei handelt es sich um Wandzeitungen zum plakatieren im öffenltichen Raum. Gerade in dieser Zeit ist es enorm wichtig, im öffentlichen Raum mit klassenkämpferischen und revolutionären Inhalten sichtbar zu sein. Parolen und Wandzeitungen sind dafür gute Möglichkeiten. Die dritte Ausgabe befasst sich mit dem Frauenkampf vor, während und nach der Corona-Krise.

PK Version & Blanco-Vorlagen zum Download

Wir veröffentlichen verschiedene Versionen der Krisen-Info. Neben unserer Ausgabe als Perspektive Kommunismus stellen wir auch eine blanco Version online ohne Logo und Anmerkungen. Hier könnt ihr eure eigenen Logos und Kontaktdaten einfügen.

PK_Kriseninfo_DIN3_Blanco_PDF
PK_Kriseninfo_DIN4_Blanco_PDF

PK_Kriseninfo_DIN3_PDF
PK_Kriseninfo_DIN4_PDF

Die sozialen Folgen des Corona-Virus sind für diejenigen, die in dieser Gesellschaft ohnehin schon den Großteil der Lasten zu tragen haben, besonders hart. Gerade lohnabhängige Frauen stellt das Virus vor weitere Herausforderungen. Nicht weil das Virus die Ursache allen Übels für uns Frauen ist, sondern weil sich jetzt die systematische Benachteiligung von Frauen, die schon viel zu lange besteht, verstärkt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Krisen-Info Nr. 3 – Frauenkampf ist zukunftsrelevant

Krisen-Info Nr. 2 – Freiheitsrechte verteidigen

Die zweite Krisen-Info ist da. Dabei handelt es sich um Wandzeitungen zum plakatieren im öffenltichen Raum. Gerade in dieser Zeit ist es enorm wichtig, im öffentlichen Raum mit klassenkämpferischen und revolutionären Inhalten sichtbar zu sein. Parolen und Wandzeitungen sind dafür gute Möglichkeiten. Unsere dritte Ausgabe sich mit der systematischen Aushöhlung der Freiheitsrechte und dem Ausbau des Überwachungs- und Polizeistaat.

PK Version & Blanco-Vorlagen zum Download

Wir veröffentlichen verschiedene Versionen der Krisen-Info. Neben unserer Ausgabe als Perspektive Kommunismus stellen wir auch eine blanco Version online ohne Logo und Anmerkungen. Hier könnt ihr eure eigenen Logos und Kontaktdaten einfügen.

PK_Kriseninfo_DIN3_Blanco_PDF
PK_Kriseninfo_DIN4_Blanco_PDF

PK_Kriseninfo_DIN3_PDF
PK_Kriseninfo_DIN4_PDF

Die Polizei übernimmt die Kontrolle über das öffentliche Leben: Bereitschaftspolizei wird eingesetzt um Bars zu schließen, Spielplätze zu leeren und Menschen auf öffentlichen Plätzen zu vertreiben. Das wäre noch vor Kurzem nicht denkbar gewesen. Der Staat hat kurzerhand das öffentliche und soziale Leben unter seine strenge Kontrolle gestellt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Artikel | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Krisen-Info Nr. 2 – Freiheitsrechte verteidigen